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Gessem Dienstag

 

 

Karnevalsrede von Gabi Mörixmann

Hallo zusammen

Danke für die Einladung!

Zuvor muss ich aber erst einmal was klären, denn der Saal ist rappelvoll und ich hab jetzt echt angst , dass hier heute der ein oder andere mit falschen Erwartungen gekommen ist, nachdem Eugen Sternberg mich auf dem Gesmolder Neujahrempfang so nett mit den Worten

Wer Lust auf Gabriele hat, ist herzlich zum Gessem Dienstag eingeladen!“

angekündigt hat. Also, nicht enttäuscht sein, ich erzähle hier heute ausschließlich was zum Thema Landwirtschaft! Okay? Und das ist auch super spannend!

Deshalb vielen Dank für die Einladung, und dass ich stellvertretend für unsere Landwirtschaft hier ein paar Worte sagen darf, auch wenn der ein oder andere jetzt denkt“ Oh man, muss die Mörixmann jetzt auch noch ihren Senf dazugeben! Ja, muss ich, denn schließlich wurde ich ja eingeladen.

Und außerdem Kinder, Küche, Kirche reicht der Bauersfrau heut nicht mehr, da muss auch noch ein Ehrenamt her. Obwohl ich nach dieser Einladung hier, auch gedacht hab „Man oh man, die Herausforderung Ehrenamt wird auch immer anspruchsvoller!“

Karneval und das Thema Landwirtschaft passen ja auch super zusammen! Schließlich sorgen ja auch Landwirte an Karneval dafür, dass der Frohsinn im wahrsten Sinne des Wortes rollen kann. Ohne Trecker rollt da nämlich nix!

Vor euch stehen Bier und Korn. Wer hats erfunden, na? Nein, nicht die Schweizer, wir Landwirte habens gemacht! Wir tun alles dafür, dass es so richtig lustig wird und wir schön feiern können. So ein Gessem Dienstag ohne Bier, Grünkohl und Fleisch wäre ja auch irgendwie doof!

Und daran erkennt man schon:

Nein, wir Landwirte vor Ort sind keine Weltverbesserer, kein Missionare, wissen auch nicht alles und schon gar nicht können wir alles besser. Wir sind nur (in den meisten Fällen) hilfsbereite Landwirte aus Eurer Nachbarschaft mit Ecken und Kanten und Fehlern, guten und schlechten Tagen , wie jeder von Euch auch. Also keineswegs perfekt! Und irgendwie müssen wir

wieder jeden Tag diesen Spagat zwischen Tierschutz, Umweltschutz, Ökonomie, Ökologie, Bürokratie, Akzeptanz und Medien und verschiedenen Ernährungswünschen hinbekommen. Und was habt Ihr da alles für Wünsche! Lactosefrei, glutenfrei, am besten noch kalorienfrei. Dann bitte aber auch Bio, das aber bitte billig! Und die Vegetarier wollen ja auch nicht gleich ins Gras beißen, sondern wollen leckeres, qualitativ hochwertiges Gemüse! Kein Problem-Machen wir!

Uns ist schon klar, dass jeder am liebsten in seiner Nachbarschaft

– 100 % Biolandwirtschaft, 
– 100 % Tierwohl, 
– 100 % Artenvielfalt hätte

Jetzt könnte man ja zu dem Schluss kommen die Politik kriegt das schon hin, indem sie alle Landwirte mit einer 38 Stunden Woche zum Mindestlohn mit Wochenenddzuschlag und 30 Urlaubstagen einstellt, und ihre eigenen Gesetze festlegt. Aber, halt stop bevor ich hier ins Schwärmen komme, ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass das ja schon in der DDR nicht geklappt hat!

Also liebe Politik, ihr hattet Eure Chance. Wir gehen so dran, das wir sagen:„Wir schaffen das“!

Deshalb gehe ich jetzt mal darauf ein, wie dieser Spagat in der Landwirtschaft so aussieht und in der Zeitung stand ja, dass ich heute auch mal ironisch sein darf!

 

1.Wer vermittelt einen eigentlich-

Was ist gut, was ist böse, was ist richtig, was ist falsch?

Im Mittelalter war das die Kirche. Man ging am Sonntag in die Kirche, hörte sich die Predigt an und wusste Bescheid. Im 19. Jahrhundert sagte uns das der Kaiser oder König. Heute sind es die Medien denn die Medien wissen alles, und haben immer recht! Und so konnten sie auch glaubhaft vermitteln, dass Einbrecher in unserer Gesellschaft extrem vertrauenswürdig sind, besonders wenn sie in Ställe einbrechen! Was für ein Beruf! „Papa, wenn ich groß bin, möchte ich Einbrecher werden!" „Ich bin stolz auf Dich mein Sohn!“ 

Bei den Medien klammere ich das Meller Kreisblatt ganz klar aus. Die gehören zu den Guten!

Ziel dieses vertrauenswürdigen Einbrechers sind unsere Roboterlandwirte mit ihren Agrarfabriken, die dann ja hier in Gesmold unsere Familienbetriebe darstellen. Familie mit Hofnachfolger, vielleicht ein Angestellter oder Azubi. Klar doch dass so ein Betrieb eine Fabrik ist. Nur ohne Schornstein, aus dem es raucht. Dieser Begriff passt übrigens für uns Landwirte ganz hervorragend. Unsere Schweine haben alle Knöpfe, und abends drücken wir die auf „Wartung“ damit wir nachts Ruhe haben, und mit dem Wetter wollen wir Euch momentan nur ein wenig ärgern. Kommen Sie vorbei, ich zeig es ihnen.

Sie glauben es nicht? Kommen sie vorbei.

Ja, woher sollt ihr das auch wissen wie es bei uns aussieht, wenn wir überall an unsere Ställe diese freundlichen „Betreten verboten“ Schilder klatschen! Komisch, dass mich niemand mehr im Stall besucht??? Und so vergehen 20-40Jahre bis wir merken, dass diese Wortwahl etwas unglücklich ist!

Also, was ich sagen will: Wir zeigen unsere Ställe gerne her - nur nachts, liebe Tierschützer und Mitmenschen, da schlafen wir lieber! Bitte um Verständnis!

 

2. Nun kommen wir bei unserem landwirtschaftlichen Spagat zur Bürokratie

Wir haben in Deutschland das Glück, dass wir quasi frei von Terror, Krieg und Unterdrückung sind. Das könnte man die große Freiheit nennen. Und was machen wir? Wir terrorisieren uns gegenseitig mit Regeln und Verordnungen.

Klar, dokumentieren müsst ihr auch! Auf jeden Fall ist es nun so und bringt es mit sich, dass wir Landwirte ja auch immer mehr dokumentieren müssen. So ne Million gesammelter Daten ist da nichts:

-Aber bevor wir erst einmal dokumentieren dürfen, müssen wir zusätzliche Sachkundenachweise erbringen. Genau, eine Ausbildung zum Landwirt, Meister oder Agraringenieur reicht da eben nicht. Jeder von uns macht ja eh jedes Jahr Fortbildungen, die er für richtig hält, aber dann müssen wir auch noch die machen, die unsere Politiker als besonders wichtig erachten! Da hilft auch nicht, dass ich dann sage „Nur, weil ich ein wenig Speck auf den Hüften habe, habe ich doch keine Magersucht im Hirn! Auch hier- machen wir! Aber wieso ist das eigentlich bei unseren Politikern nicht so?   Unser Big Boss in der Landwirtschaft Agrarminister Meyer ist Sozialpädagoge, unsere Gesundheitsministerin –Diplom Kauffrau). Man, das ist doch so, als ob ich morgen ins Klinikum gehe und sage: „ Guten Tag, ich bin Gabi Mörixmann, Landwirtin und führe heute ihre Herz OP durch!“

Ehrlich, das geht doch nicht! Und deshalb mache ich hier jetzt mal das Angebot, dass ich Euch Dr. Berghegger, Herr Scholz, Frau Hövel einfach mal auf die nächste Schulung mitnehme! Ach Michael du guckst so traurig-du darfst auch mit! Und Harry Du hast doch um 24 Uhr Geburtstag-Dich lade ich auf jeden Fall ein! Und, wenn ihr einen guten Draht zu Minister Meyer habt, darf der selbstverständlich auch noch mit!

Aber zurück zu den 1 Million dokumentierten Daten:

- Nährstoffvergleich

-Bodenprobenanalysen

 -Meldung zur Viehbestände

-Güllekataster: Meldung der aufgenommenen und abgegebenen Wirtschaftsdünger.

- Inventur des Betriebes.

-Einsatzstofftagebuch

- Meldung der im Betrieb verbrauchten Treibstoffe, der bewirtschafteten Fläche und der vorhandenen Kraftmaschinen.

-Meldung des nachgebauten und zugekauften Saatgutes


-Veränderungen der Schweine- und Rinderbestände an die entsprechenden zentralen Datenbanken

-Meldung des Antibiotikaeinsatzes an die bundesweite Antibiotika-Datenbank.

-Bei Saatgutaufbereitung: Meldung der aufbereiteten Mengen, deren Anlieferer und Abnehmer an die Saatguttreuhand.

-Dokumentation tägliche Stallreinigung und Rundgänge mit Uhrzeit Dauer, Stalltemperaturen und, Tiergesundheit, Besucher….
-Unterzeichnung mehrerer Formulare bei jeder Getreidelieferung, Aufbewahrung einer Rückstellprobe jeder Lieferung für mehrere Jahre.

-Vorlage eines Sachkundeausweises beim Kauf von Pflanzenschutzmitteln. -Kontrolle von Pflanzenschutzgeräten, alle zwei Jahre in einer zugelassenen Prüfstelle.

-Kontrolle des Betriebes durch die Berufsgenossenschaft auf Arbeitssicherheit,…

QS-Kontrollen, Kontrollen per Sattelit, Greeningmaßnahmen und Kontrollen,

-Gesundheitsamtkontrollen

-Veterinäramtskontrollen, Tierschutzbund, EFTA, LEH,…

Und dabei soll der Landwirt dann aber bitte 365 Tage im Jahr gut gelaunt rüberkommen, und wirklich immer, ja immer und überall ein „Auge“ für seine Tiere und Pflanzen haben und schon gar nicht darf mal was außerplanmäßig kaputt gehen oder Tiere auch mal krank werden!

Sonntags Weizen mähen? Geht gar nicht, wegen Lärm und Staubbelästigung. Das Wetter soll bitte so sein, das nicht außerhalb der normalen Arbeitszeiten und Tage geerntet und geackert wird. Aber im Winter mit dem Schlepper noch ein paar Autos aus dem Graben ziehen und ein schöner Tag des offenen Hofes, das geht auch am Sonntag!

 ….und wenn man da keinen Fehler in der Dokumentation hat, dann kommt die Belohnung. Es wird einem auch kein Ordnungswidrigkeitsbescheid zugesendet! Boah, was für eine Erleichterung-endlich mal wieder genügend Zeit für Tier und Pflanze, wenn da nicht der Punkt wäre, dass die Daten ja auch noch übermittelt werden müssen.

Und dann wird es richtig spannend! Die Übermittlung der 1 Million gesammelten Daten per Internet. Da muss dann der günstigste Moment abgepasst werden! Da muss einfach alles passen. Schließlich wir die Sache ganz knapp, wenn gerade in Dratum- Ausbergen noch zwei andere Leute im Internet sind. Dann macht man sich auf den Weg und bringt die Daten per Stick zur Osnabrücker Kammer, und dann steht man in Gesmold an der Autobahnauffahrt und merkt, dass der Tank leer ist und die seit 10 Jahren geplante Tankstelle immer noch nicht gebaut wurde!!! Die Übermittlung der 1Million gesammelten Daten wird dann zur echten Herausforderung!

 Aber unsere Politiker vor Ort sind ja dran, oder Herr Scholz, Herr Berghegger und Michael Wesseler? Nicht das die Schwierigkeiten bei der Datenübermittlung und der nicht gebauten Tankstelle, dazu führen, dass wir wieder einen Landwirt weniger haben, der dafür sorgt, dass es auch auf dem Gessem Dienstag richtig lustig wird! Also unser Minister ist not amused, wenn der Strukturwandel in der Landwirtschaft hier aufgrund solcher Voraussetzungen noch weiter voranschreitet! Der will ja den bäuerlichen Familienbetrieb erhalten, der dann die Daten nach Osnabrück trommelt! Wobei: Rauchzeichen ginge auch noch…

 

3. Ein weiteres wichtiges Anliegen unseres Ministers und natürlich auch unser Anliegen ist das Thema Tierwohl

Ein Thema, an dem man als Landwirt und natürlich auch als Verbraucher nicht mehr vorbeikommen!   „Tierwohl“!

Im vergangenen Jahr ist in Deutschland die Initiative Tierwohl angelaufen. Und siehe da, da stehen unsere deutschen Landwirte doch tatsächlich Schlange vor diesen Programmen mit einem mehr an Tierwohl! Da sind dann die reinsten Spielparadiese für Schweine entstanden. Da kann IKEA mit seinem Kinderland echt noch was von uns lernen. Nein, da hab ich jetzt echt untertrieben platt gerannt, gestürmt und überrollt haben unsere Landwirte diese Tierwohlprogramme. Ja, ich hör Euch schon denken. Michael, Du denkst eindeutig zu laut! Wie jetzt diese sadistisch veranlagten Landwirte, die immer stöhnen, wie schlecht alles ist und auf keinen Fall irgendwas ändern wollen, überrennen Deutschlands Tierwohlprogramme? Natürlich mussten wir unsere Ställe vor Anmeldung für die Teilnahme an der Initiative Tierwohl umbauen und Geld investieren! Selbstverständlich, auch hier-machen wir! Und dann, passierte das Unfassbare „über die Hälfte der an der ITW teilnehmenden Betriebe wurde rausgelost, konnte nicht teilnehmen!“ Na, da müssen wir Landwirte doch Verständnis haben. Eine Preiserhöhung von 4cent/kg für mehr Tierwohl, das kann sich schließlich nicht jeder leisten. Dann würde der Nackenbraten bei REAL ja auch vergangene Woche anstatt 2,89€/kg 2,93€/kg kosten. Mehrkosten von sage und schreibe 1,60€ pro Bürger und Jahr! Skandal! Hallo? Geht’s noch! Nein, nein, nein, da haben wir kein Verständnis!!!! Dass wir Landwirte immer wieder betonen, dass sich der gesamte Lebensmitteleinzelhandel und auch und die Gastronomie an der ITW beteiligen müsste, damit alle Landwirte mitmachen können, stößt leider nicht überall auf fruchtbaren Boden. Es kann doch wohl nicht sein, dass Verbraucher nach einem mehr an Tierwohl schreien, Landwirte Geld investieren und Interesse beurkunden, und der Leh dann nicht geschlossen mitzieht. Deshalb würde es vielleicht mal Sinn machen, den ein oder anderen Leh mal eindringlich zu fragen, wieso, weshalb warum er nicht gewillt ist dieses Projekt zum Schnäppchenpreis von 4cent zu unterstützen???

Jetzt mal ganz ehrlich! Auch eingefleischten Vegetariern sollte Tierwohl nicht Wurst sein! Landwirte und Tierschützer sollten gemeinsam für diese Richtung kämpfen!

Hei, gemeinsam sind wir bestimmt stark! Wir schaffen das!

Und dann haben mir meine Schweine geflüstert, als ich ihnen sooo tief in die Augen geschaut habe: „Lieber Landwirt uns geht’s gut, bei so viel Tierwohl sollte das Menschenwohl nicht auf der Strecke bleiben. Für Deinen Einsatz solltest Du wahrlich mehr als 1,25€ pro kg bekommen! Mir geht’s gut, jetzt bist Du an der Reihe!

Aber naja, da ist ja immer noch die Option, wenns mit den Schweinen mal nicht mehr klappt, dann werden unsere wie ein Spieleparadies ausgestatteten Ställe einfach in einen Kindergarten umfunktioniert. Die haben ja auch immer zu wenig Plätze. Und ein Tag der offenen Tür hat gezeigt, das funktioniert. Die Schleusen hatten abends 1000 Übergänge durch Kinder, und auch die Eltern haben bestätigt: Die perfekte Kindertagesstätte!

 

Und jetzt mal ein Apell an unsere grünen Wähler. Falls sich hier Grüne Wähler versteckt haben, dann jetzt gut zuhören! Also der Marktanteil von Bio beim Fleisch liegt mal gerade bei einem bis zwei Prozent! Würden allein die 15 Prozent Grünen-Wähler alle Bio kaufen oder sich für mehr Tierwohl stark machen, wäre das supergeil. Aber selbst die kaufen es nicht – das ist die Realität und macht mich traurig!" Selbst MC Donald hat seinen Bioburger wegen zu geringer Nachfrage wieder aus dem Programm genommen! Schon klar, die Grünen gehen gar nicht nach MC Donald. Also auch da: Portemonnaie schlägt Hirn.

Und außerdem bedeutet NGO´s ja „Nichts geht ohne Spenden!“ Und deshalb müssen die Menschen ja dann bei den Lebensmitteln sparen, damit sie auch noch spenden können!

Und da stehen sie dann unsere lieben Mitbürger am Weber-Grill für 800 Euro und legen genüsslich eine Bratwurst für 89 Cent drauf, wischen sie sich den Mund ab und gucken im Fernsehen eine Sendung über Massentierhaltung und sagen: „Wie furchtbar, sowas müsste sofort verboten werden!“

Viele würden gerne allen Flüchtlingen helfen oder umweltfreundlichere Autos fahren, nur Bio kaufen, und tun es am Ende doch nicht. 

(nicht rauchen nicht trinken, Joga machen, nie mit dem Billigflieger fliegen, nicht nach Sex, Macht und Geld streben, bei Straßenmusikern gleich zum Hut rennen, ihre Kinder Birte und Knut nennen und den Müll besonders gut trennen,…….). Auch hier ein gesundes Mittelmaß. Damit der Lebensspass nicht voll zum Erliegen kommt!

 

Außer natürlich hier in Gesmold!!! Da ist das ganz anders!!!!

Hier haben wir ja das Projekt mit dem Markant Markt der Familie Breek! Anstatt mit Fleisch- Billigangeboten Gesmolder Kunden in den Markt zu locken, wirbt Familie Breek lieber mit regionaler Qualität und mit Verbraucheraufklärung. So beliefern Gesmolder Landwirte den Markt mit EGO-Schweinefleisch! Hinter der Theke läuft ein Film aus den Betrieben vor Ort, das Personal ist geschult und bei Interesse werden Betriebsbesichtigungen angeboten. Und, hei, der Umsatz ist gestiegen! Danke dafür!!!! Denn das ist echt ne gute Gesmolder Einstellung, dass unsere Lebensmittel mehr wert sind.....Genau, sie verdienen mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit, mehr Genuss! Und so haben ja auch schon viele Gesmolder, Heimatverein, Sportverein, Kirche, Politiker ,….an unseren Expeditionen in die LW, die übrigens jeder bei uns buchen kann, teilgenommen und sich ein eigenes Bild von der Landwirtschaft vor Ort gemacht. Letztes Jahr hatten wir 53 Aktionen zum Thema Landwirtschaft. Nein!!!Und wir mussten nicht erst 9 von unseren 10 Landwirten totschlagen, um sie unter einen Hut zu bekommen. Die Landwirte vor Ort zeigen gerne ihre Höfe! Fragt euren Bauern in der Nachbarschaft oder im Urlaub, was er macht, wie er es macht und warum er es macht?

Das Projekt Breek gemeinsam mit denen vom Landvolk Gesmold angebotenen Expeditionen in die Landwirtschaft hat dann auch die Wellinger aufgeschreckt. Denn in Welling laufen die Uhren ja noch etwas langsamer. Und so haben sich doch wirklich ein paar landwirtschaftlich interessierte Gruppen aus Wellingholzhausen auf den weiten Weg nach Gesmold gemacht, um an einer Expedition in die Gesmolder Landwirtschaft teilzunehmen. Denn eins war ihnen sofort klar:

Ohne Landwirtschaft vor Ort ist ja auch irgendwie alles doof!

-         Schützenfest ohne Bier, Bratwurst und Pommes ist irgendwie doof!

-         Kaffe ohne Milch am Dienstag nach Schützenfest sowieso!

Und das Risiko, dass die Wellinger Lebensmittel vielleich künftig aus Ländern bekommen, deren Gesetze und Vorgaben sie alle nicht beeinflussen können, wollen sie natürlich nicht eingehen! Blanke Horrorvorstellung in Wellingholzhausen. Gesmold wir noch regional versorgt, und Welling bekommt seine Lebensmittel demnächst aus den TTip Herkunftsländern mit ihren leckeren Chlorhühnchen! Ne, ne Scherz bei Seite, natürlich lassen wir die Wellinger nicht im Stich. Welling ist zwar Ausland, aber wir Landwirte leben ja nun auch einmal vom Export.

Normalerweise sind wir Landwirte das ja so gewöhnt, dass der Deutsche eigentlich nur noch vom Schwein das Schnitzel und das Filet ist, vom Rest geht viel in den Export. Da machen wir dann in Wellingholzhausen eine Ausnahme! Hei, auf gute Nachbarschaft!

 

4. Umweltschutz

Wir wissen auch, dass das Ausbringen von Dung nicht soooo angenehm riecht! Da wir nur noch per Gesetz eine kurze Zeit im Jahr die Möglichkeit haben unsere Gülle bedarfsgerecht über die Flächen zu verteilen, konzentriert sich der Geruch in der Zeit der Ausbringung etwas extremer! Deshalb lieber Mitbürger „Riecht zwar nicht so gut, aber muss halt sein.

Außerdem sinkt die Tierhaltung stetig! Wir haben in Melle eine 20% geringere Tierhaltung als vor 20 Jahren und weniger Gülle!

 

5. verschiedenen Ernährungrichtungen

Sind hier Vegetarier im Raum? Dann wäre es vielleicht jetzt Zeit für die Pippipause!

“Da soll doch einfach jeder für sich entscheiden, was er am liebsten essen möchte!"

Wir erinnern uns, auf welche große Zustimmung der Veggiedayvorschlag in Deutschland gestoßen ist, ja? Der Vorschlag für einen fleischfreien Donnerstag hat ja richtig für Wirbel gesorgt! Und das, obwohl Veganer uns immer wieder glaubhaft vermitteln wollen, dass es offensichtlich nichts Befriedigerndes auf Erden gibt, als der Fleischeslust zu widerstehen! Aber ich habe Fleischeslust, und bin mir dessen total bewusst! Und das Beste ist, „Ich bin nicht alleine!“ Das hat mir der Veggiedayvorschlag gezeigt!

Außerdem würde ich jetzt mal darauf wetten, dass wir schizophren veranlagten Menschen, am Freitag nach einem Tag Verzicht umso kräftiger in die Fleischtöpfe langen würden. Und wir lassens hier ja auch heute noch mal richtig gut gehen bevor die Fastenzeit eingeläutet wird. Haben wir uns verdient! Der Nährwert eines Blumenkohls ist nun einmal geringer als einer Bratwurst und Eiweiß ist nun einmal ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Nahrung. Nein, und wir Menschen sind nun einmal nicht wie eine Kuh gebaut, die durch ihren Pansen Eiweiß aus Grünzeug verwertbar macht. Das Kaninchen als Pflanzenfresser hat keinen Pansen, sondern eine andere Methode entwickelt um Grünzeug verwertbar zu machen, weil so eine Pansenwampe ja auch auf der Flucht vorm Fuchs etwas hinderlich wäre. Das hat aber zur Folge, dass sie in freier Wildbahn ihren eigenen Kot fressen, um ihre Eiweißversorgung sicher zu stellen. Eine für uns Menschen doch wohl eher ungeeignete Methode, um die Eiweißversorgung sicherzustellen. Also, da mach ich nicht mit! Da gelob ich mir dann doch lieber eine ausgewogene Ernährung mit allem in Maßen!

Nein jetzt aber die Karnevalsironie beiseite. Jeder soll für sich entscheiden, wie er sich ernähren möchte!!!

Mir ist es einfach wichtig, dass Landwirte, Verbraucher, Verarbeitung, Umweltschutz, Tierschutz und Lebensmitteleinzelhandel gemeinsam versuchen den richtigen Weg zu finden. Das Gegeneinander führt zu nichts! Schlaue Parolen schwingen ist ganz leicht und kann wirklich jeder. Fehler macht jeder, das ist ganz normal. Es geht vielmehr darum Herausforderungen anzunehmen und nach Lösungen zu suchen. Aber wir Landwirte merken immer wieder in Gesprächen mit Nichtlandwirten, dass die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe kein Thema ist. Da werden nur die eben dargestellten Themen genannt. Ob sich unsere Betriebe wirtschaftlich rechnen interessiert kaum jemanden! Aber uns schon, schließlich leben wir davon, okay? Und deshalb dürfen wir das bei unserem Spagat nicht außer Acht lassen.

Und ich wünsche mir, dass sich die Bürgerwünsche im Herzen mit dem Geldbeutel in der Hosentasche einig werden: Dann geht was, so dass wir gemeinsam bestimmt einen guten Mittelweg finden!

In diesem Sinne:

Beim Trinken und Essen wird der Kummer vergessen, und ohne Landwirtschaft wäre ja auch irgendwie alles doof!

„Auf gute Nachbarschaft!“

So nun halt ich meinen Schnüss

und sag euch einfach Tschüss

Liebe Grüße von

Gabi Mörixmann