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 Pauschalkritik

Die meisten von uns sind mit Leib und Seele Landwirte, obwohl es in unseren Beruf wirklich schwer ist so vielen Interessensgruppen gerecht zu werden. In der heutigen Zeit ist die Öffentlichkeit durch Medienberichte, was unsere Landwirtschaft angeht, stark verunsichert. Wir sind einer Pauschalkritik ausgeliefert, die unser Leben und das unserer Kinder zum Spießroutenlauf macht. An Wertschätzung für unsere erzeugten Produkte fehlt es in jeder Hinsicht, und niemand ist bereit sich für unsere Berufsgruppe einzusetzen und mal klarzustellen, was für qualitativ hochwertige Produkte wir im Weltvergleich eigentlich herstellen. Keiner weiß es zu schätzen, dass wir keinen Hunger mehr leiden müssen. So werden Begriffe wie Massentierhaltung gezielt eingesetzt, um bei dem Verbraucher ein ungutes Gefühl hervorzurufen. Fakt ist jedoch, ob ich eine Menge an Tieren gut halte, hängt vom Betriebsleiter ab. Schließlich gibt es in Deutschland genügend Leute, die nicht in der Lage sind auch nur ein Tier vernünftig zu halten. Deshalb muss unseren Medien und Politikern auch klar werden, dass sie eine gewisse Verantwortung uns gegenüber haben, wenn sie solche Begriffe wie Massentierhaltung in Ihrer Wortwahl verwenden. Dieser Begriff gehört in keine sachliche Diskussion und dient nur der Verunsicherung. Warum kann man nicht einfach von unserer deutschen Tierhaltung sprechen. Viele Landwirte haben ihre Betriebe zusammengelegt. Das Zusammenlegen von Betrieben hat z.B. den Vorteil, dass man sich einen Festangestellten leisten kann. Wenn man ein gewisse Betriebsgröße erreicht hat, kann man es sich als Betriebsleiter auch einmal erlauben in den Urlaub zu fahren oder krank zu werden. Ein absoluter Gewinn an Lebensqualität für Mensch und Tier. Aber in Deutschland ist es ja verpönt eine gewisse Betriebsgröße zu haben.  Leistung wird hier abgestraft.  Ich denke unsere Landwirte sind eine extrem leistungsfähige Gruppe in unserer Gesellschaft, die es schaffen Beruf, Familie, Ehrenamt,... unter einen Hut zu bekommen. 

Was wäre eigentlich, wenn wir in der besten Zeit aller Zeiten leben würden, und es keiner merkt.

Da die Pauschalkritik an unseren Berufsstand uns Landwirte sehr traurig macht, bieten wir nun von unseren Ortslandvolkverband (www.landvolk-gesmold.de) Expeditionen in die heutige Landwirtschaft an, um das Vertrauen in uns zu stärken. Wir öffnen uns dem Verbraucher, und schaffen damit eine Transparenz vom Erzeugnis bis zur Ladentheke. Wir geben den Menschen die Möglichkeit Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln, und Wissen über das Leben und Arbeiten auf unseren Landwirtschaftsbetrieben zu erwerben. Wir zeigen den Menschen, wie Landwirtschaft heute wirklich aussieht, und haben großen Erfolg damit.  Fast alle, die an einer unserer Expeditionen teilgenommen haben, haben im Anschluss einen anderen oder zumindest weiteren Blickwinkel und fühlen sich von unseren Medien hinters Licht geführt. Das kann doch nicht richtig sein, oder? So nutzen wir nun die einzige Chance, die wir noch haben, und zeigen dem Verbraucher, wie wandlungsfähig und facettenreich unsere Landwirtschaft ist, und dass wir in der Lage sind für jede Käuferschicht das gewünschte Produkt zu erzeugen. Die Möglichkeit Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln, gibt allen Seiten die Möglichkeit zu verstehen unter welchen ökonomischen Druck einerseits und politischen  und gesellschaftlichen Willen andererseits unsere Landwirte heute stehen. So kostet ein Ferkel z.B. heute noch dasselbe wie vor 25 Jahren, obwohl alle anderen Kosten gestiegen sind und die Standards nach Qualität und Tierwohl noch nie so hoch waren wir heute (Landwirtschaft im ständigen Wandel). Aber wie oft schaffen wir es wohl noch uns unsererseits zum Nulltarif umzustrukturieren, ohne dass uns finanziell die Puste ausgeht oder wir wegen der ungerechtfertigten Pauschalkritik die Lust verlieren. Damit uns nicht die Puste ausgeht, ist es ganz wichtig den Verbraucher aufzuklären, welchen Einfluss er durch sein Kaufverhalten auf unsere Produktion hat. In unseren Einkaufsläden finden wir die Produkte, die sich unser Verbraucher fordert. Da wir als Landwirte Unternehmer sind unterliegen auch wir starken wirtschaftlichen Zwängen.

Der gemeinsame Dialog ist uns sehr wichtig. Bitte helfen Sie uns eine Brücke zu schlagen, und haben Sie Vertrauen in die deutsche Landwirtschaft.

Danke für Ihr Gehör.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Mörixmann